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Einschlägige Veröffentlichungen finden Sie auf unserer Publikationsseite .

Informationen zu unserem ESysPro-Tagungsbuch „Professionalisierung in der Energieberatung – Ergebnisse einer interdisziplinären Fallstudie“ finden Sie hier .

Eine kurze Übersicht zum Projekt können Sie im Projektflyer. einsehen.

Für ein prozessorientiertes Kompetenzmanagement wurde ein Referenzprozess der Leistungen der Energieberatung im Gebäudebereich erarbeitet, welcher als allgemeingültige, zeitlich, logische Reihenfolge der Aufgaben im betrieblichen Umfeld als Mittel zur Professionalisierung genutzt werden kann. Auf Grundlage der Marktanalyse wurden alle bestehenden Aufgaben einer Energieberatung erarbeitet. Diese wurden unterteilt in Aufgaben des Kerngeschäftes und Aufgaben die den Geschäftsprozess unterstützen (s. Abbildung 1). Hierzu wurden in ausgewählten bestehenden Energieberatungsunternehmen die bestehenden Prozesse dokumentiert und visualisiert. Auch wurden alle über die eigentlichen Energieberatungsaufgaben hinaus erforderlichen bzw. möglichen Aufgaben gesammelt und dokumentiert.
Abbildung 1: Kern- und Querschnittsaufgabenmodell der Energieberatung
Abbildung 1: Kern- und Querschnittsaufgabenmodell der Energieberatung

Aus der Analyse der dokumentierten Prozesse, dem Aufgabenmodell der Energieberatung sowie einem weiteren Aufgabenmodell des Projekt- und Multiprojektmanagements wurden die wesentliche Aufgabenbereiche mit Referenzcharakter herausgefiltert, strukturiert und in ihrer Gesamtheit als Prozessmodell dargestellt. Dabei ist das Modell als Maximalkatalog formuliert und beschreibt fachliche, rechtliche, betriebswirtschaftliche und betriebsorganisatorische Leistungsbestandteile in zeitlich-logischer Reihenfolge.

Dieser so erarbeitete erste Gesamtprozess der Energieberatung diente wiederum als Grundlage für Validierungsgespräche bei verschiedenen Energieberatern. Hier wurden die Beständigkeit des Gesamtmodells und die im Prozess dargestellten Zusammenhänge auf ihre Praxisrelevanz hin überprüft. Durch diese Gespräche und der Erkenntnis, dass Ziele im Energieeffizienzkonzept vorgegeben, aber häufig in der Umsetzung nicht erreicht werden, wurde ein weiterer Fokus auf den Erfolg einer Energieberatung gelegt. Daraus wurden Aufgaben der Erfolgskontrolle ermittelt, die im Zuge des Gesamtprozesses ebenfalls ausgeführt werden müssen und auf die ein besonderer Fokus gelegt werden sollte. Diese Aufgaben wurden ebenfalls in den Gesamtprozess (abstrahiert dargestellt in Abbildung 2) integriert und mit Energieberatern validiert.

Abbildung 2: Abstrakte Darstellung des Gesamtreferenzprozessmodells
Abbildung 2: Abstrakte Darstellung des Gesamtreferenzprozessmodells

Das Ergebnis dieses Vorgehens ist ein Gesamtreferenzprozessmodell für die Energieberatung im Gebäudebereich. Es beschreibt als Maximalkatalog alle Aufgaben in zeitlich-logischer Reihenfolge, die im Rahmen einer erfolgreichen Energieberatung durchgeführt werden sollten.

Energieberater haben mit dem Gesamtprozessreferenzmodell die Möglichkeit, eigene Prozesse zu prüfen, zu gestalten und auch zu optimieren. Es bietet die Möglichkeit der Reflektion der eigenen Prozesse und Diskussion eventueller Abweichungen. In Verbindung mit dem Merkmalsschema der Energieberatung können unternehmensspezifische Teilmodelle abgeleitet werden. Je nach unternehmensspezifischer Ausrichtung ist der Umfang der mit den Merkmalen in Verbindung stehenden Prozesse unterschiedlich. Für Leistungen, die vom Energieberater bislang noch nicht erbracht wurden, können mit dem Modell die entsprechenden Prozesse gestaltet werden.

Das Modell trägt somit zu einer Geschäftsprozessoptimierung und somit auch zur Professionalisierung von Energieberatern bei. Die Erfolgskontrolle als wesentlicher Teil garantiert bei konsequenter Einhaltung eine hohe Dienstleistungsqualität mit entsprechender Kundenbindung und in der Folge einen Erfolg für alle Beteiligten.
Das Thema Betriebsorganisation von Klein- und Kleinstunternehmern bzw. die Frage nach der notwendigen und möglichen Unterstützung dieser Unternehmen stellt sich grundsätzlich weiter. Insbesondere für Energieberater stellt sich über die Prozesse hinaus die Frage nach dem richtigen Geschäftsmodell:


  • Für welche Zielgruppen erbringen sie welche Leistung und wie wird die honoriert?

  • Welchen Einfluss haben Änderungen in den Rahmenbedingungen (Förderprogramme für Energieeffizienz) auf die Zukunftsfähigkeit der Unternehmen?

  • In welchen Partnerstrukturen müssen Energieberater zukünftig aktiv werden?




Ihr Ansprechpartner:

FIR e. V. an der RWTH Aachen
Dr. Richard Schieferdecker
Tel: 0241-47705-429
E-Mail: richard.schieferdecker@fir.rwth-aachen.de

Adapton Energiesysteme AG
Markus Leyendecker
Tel: 0241-51579-14
E-Mail: ml@adapton.de